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Schneelast in Süddeutschland — was Sie bei der Auswahl beachten müssen

15. April 20266 Min Lesezeitvon Nico Braitinger
Schneelast auf Lamellendach Süddeutschland
In 30 Sekunden

Süddeutschland fällt überwiegend in Schneelastzone 2 (1,32 kN/m² am Boden), Höhenlagen der Schwäbischen Alb in Zone 3 (1,89 kN/m²). Brait-Standardstatik trägt 200 kg/m² Dachlast. Bei Lagen ab 600 m oder Sondergrößen rechnen wir individuell — Lamellen müssen bei Schneefall geschlossen werden, damit Schnee abrutscht.

Was bedeutet eine Schneelastzone?

DIN 1055-5 teilt Deutschland in 5 Schneelastzonen (1, 1a, 2, 2a, 3) ein. Die Zone gibt die charakteristische Bodenschneelast in kN/m² an. Über einen Höhenfaktor wird sie auf den konkreten Standort skaliert: höhere Lagen haben mehr Schnee.

Aus Bodenschneelast wird Dachschneelast über einen Form-Beiwert berechnet: Flachdächer (Brait-Pro-Line, Cube) haben Form-Beiwert µ = 0,8. Bei 1,32 kN/m² (Zone 2) ergibt das 1,06 kN/m² ≈ 108 kg/m² Dachlast. Brait dimensioniert immer mindestens auf 200 kg/m² — Sicherheitsreserve eingebaut.

Wo liegt das Brait-Service-Gebiet?

  • Ulm, Neu-Ulm, Memmingen, Augsburg: Zone 2a (1,32 kN/m²)
  • Heidenheim, Aalen, Göppingen: Zone 2a/3 (Höhe ausschlaggebend)
  • Reutlingen, Tübingen: Zone 2
  • Schwäbische Alb ab 600 m: Zone 3 (1,89 kN/m²)
  • Höchster Brait-Bauort bisher: 780 m (Heroldstatt) — Zone 3, individuelle Statik

Was passiert bei Überlastung?

Bei nicht statisch berechneten Konstruktionen (oft Importware aus dem Ausland mit Standard-200 kg/m²) kann es bei einem ungewöhnlich starken Schneefall (z.B. 1.500–2.000 kg/m² Pulverschnee von 1,5 m Tiefe) zum Versagen kommen — Pfosten knicken, Sparren brechen, Glas reißt.

Brait-Konstruktionen sind durch individuelle Statik abgesichert: Wir berechnen Ihre Anlage für die exakte Schneelast Ihres Standorts. Bei Bedarf verstärken wir Sparren, ergänzen Mittelstützen oder erhöhen die Pfosten-Dimension auf 18 × 18 cm.

Lamellendach im Winter — was tun?

Lamellendächer müssen bei beginnendem Schneefall geschlossen werden (135°-Position). In dieser Stellung rutscht Schnee von den glatten Aluminium-Oberflächen ab — wie bei einem Glasdach. Geöffnete oder halbgeöffnete Lamellen können Schnee in den Profilen sammeln, der dann die Lamellen-Mechanik überlastet.

Mit dem optionalen Wettersensor wird das automatisch geregelt: Sobald der Sensor Niederschlag erkennt, fahren die Lamellen in 135°. Bei Schneeflocken-Erkennung lässt sich auch eine Heizung-Funktion in den Lamellen-Profilen aktivieren — bisher nur in Premium-Modellen.

Was ist mit Vereisung?

Aluminium-Profile sind frostsicher. Lackschichten (Pulverbeschichtung) zeigen auch nach Hunderten von Frost-Tau-Wechseln keine Rissbildung. Dichtungen aus EPDM bleiben elastisch bis −40 °C.

Bei Glasdächern: VSG ist nicht frostempfindlich. Schmelzwasser läuft über die integrierte Regenrinne ab. Vereiste Rinnen sind in 30 Jahren Praxis bei Brait nie zum Schaden geführt — die Rinnen haben ausreichend Querschnitt und Heizband-Vorbereitung.